Vorab-Version 0.9.0rc2 · noch nicht fertig
Jahre unter dem Himmel.
Ein Archiv, das du wieder lesen kannst.
FITSORA liest die FITS-Header deines Bildarchivs, macht aus datumsbenannten Aufnahmeordnern eine Projektstruktur und beantwortet endlich die einfachen Fragen: welche Ziele, wie viele Nächte, wie viel Integration — und ob die Rohdaten irgendwo ein zweites Mal liegen.
58,8 MB · Windows 10 oder 11, 64 Bit · kostenlos
Wofür
Ein gewachsenes Archiv beantwortet die einfachen Fragen nicht mehr
Nicht, weil die Daten fehlen. Sondern weil sie in Headern stehen, die niemand liest.
Der Aufnahmeordner ist kein Projekt
Die Aufnahmesoftware schreibt Ordner nach Datum. Ein Projekt zieht sich über zwanzig Nächte, drei Filter und zwei Kameras — und liegt damit in zwanzig Ordnern, die nichts voneinander wissen.
Nach drei Jahren weiß niemand mehr, was da liegt
Wie viele Nächte stecken in diesem Ziel? Wie viel Integration ist zusammengekommen? Fehlt noch ein Filter? Die Antworten stehen in den Headern von zwanzigtausend Dateien — und damit nirgendwo.
Und niemand weiß, ob es doppelt liegt
Ein Archiv wächst über Jahre auf mehrere Platten. Welche Rohdaten davon wirklich zweimal vorhanden sind — nachweisbar, nicht gefühlt — beantwortet kein Dateimanager.
Der Kern
Aus Datumsordnern wird ein Archiv, das Auskunft gibt
Das ist die eigentliche Arbeit — und sie besteht darin, die Header zu lesen, die längst da sind.
Jede Aufnahme trägt Ziel, Filter, Belichtung, Optik, Kamera, Temperatur und Standort in ihrem eigenen Kopf. FITSORA liest das über den gesamten Bestand und baut daraus Projekte, Beobachtungsnächte und Sessions — ohne eine einzige Datei anzufassen.
Danach steht da, was über die Jahre zusammengekommen ist: je Ziel die Nächte, die Integration je Filter, die belegten Gigabyte, die Speicherorte. Wer will, lässt die Dateien anschließend in genau diese Struktur umziehen — mit Vorschau, Hash-Prüfung und Rückweg.
Die Zuordnung ist nicht eins zu eins: ein Projekt liegt über zwanzig Nächte verteilt, und eine einzelne Nacht kann zwei Ziele enthalten. Genau deshalb bekommt man den Überblick nicht durch Umbenennen von Ordnern — sondern nur, wenn jemand die Header liest.
Im Einzelnen
Einlesen, überblicken, absichern — und dann das Feine
Die ersten drei Schritte sind der Zweck der Anwendung. Was danach kommt, ist Zugabe.
1 — Einlesen
Das Archiv einmal einlesen, danach nur noch das Neue
Der Scanner liest FITS- und XISF-Header und legt daraus Projekte, Nächte, Sessions und Kalibrierbedarf an. Er arbeitet inkrementell: der zweite Lauf fasst nur an, was dazugekommen ist.
Ein Katalog mit knapp 14 000 Objekten löst Zielnamen auf und findet über eine
Kegelsuche auch das Objekt hinter Koordinaten ohne brauchbaren
OBJECT-Eintrag.
Speicherorte und Importquellen bleiben dabei getrennt: wo eine Datei
heute liegt, ist eine
andere Frage als die, woher sie einmal kam.
2 — Überblicken
Was in all den Nächten eigentlich zusammengekommen ist
Jedes Ziel bekommt eine Seite: Zeitraum, Nächte, Rohaufnahmen, Integration, das benutzte Setup, der Standort und der belegte Platz. Daneben das Bildfeld deiner Optik über dem Ziel — man sieht auf einen Blick, ob der Nebel überhaupt hineinpasst.
Der Aufnahmeverlauf listet die Nächte einzeln auf, jede mit ihrer Ortszeit, ihrem Filter und dem, was sie beigetragen hat. Nichts davon ist geschätzt: es ist aus den Headern gezählt.
3 — Absichern
Welche Rohdaten liegen nur an einer Stelle?
Ein Projekt gilt erst dann als gesichert, wenn dieselbe SHA-256-Prüfsumme auf zwei verschiedenen Datenträgern liegt. Ein zweiter Pfad allein ist keine Kopie, und ein unbekannter Hash bleibt ausdrücklich unverifiziert.
Die Liste zeigt je Projekt, wie viele Rohdateien es hat, wie viel Platz sie belegen und auf wie vielen Datenträgern sie tatsächlich nachweisbar sind. Meistens ist das die unangenehmste Ansicht der Anwendung — und die nützlichste.
4 — Kalibrierung
Passt geprüft, nicht gehofft
Eine Zeile je Aufnahmekonfiguration: Belichtung, Auslesemodus, Gain, Offset, Solltemperatur — und daneben, wie viele passende Darks und Flats wirklich im Archiv liegen.
Wo nichts passt, steht eine Null statt einer stillen Leerstelle. Darks und Bias bleiben dabei außerhalb der Projekte in einem gemeinsamen Pool: eine Darkserie gehört zu einer Kamera, nicht zu einem Ziel.
5 — Auswerten
Und wenn man mag: aussortieren
Wer will, lässt jede Aufnahme gegen den Himmel ihrer Nacht bewerten und bereitet daraus eine Auswahl fürs Stacking vor. Behalten, verwerfen — und dazwischen der Topf, auf den es ankommt: unentschieden.
Verworfenes wandert in eine Quarantäne mit Rückweg, nie in den Papierkorb. Der Export für die Stacking-Software legt harte Links an statt Kopien: eine Auswahl von 40 GB kostet keine 40 GB.
6 — Planen
Der Planer sitzt in derselben Anwendung
Was in der Rückschau im Archiv steht, lässt sich vorher planen: Sichtbarkeit, Mondabstand und das nutzbare Fenster für die kommenden Nächte — für ein Ziel, das schon im Archiv liegt, oder für ein neues.
Ohne Netz, ohne Konto. Wer am Beobachtungsplatz keinen Empfang hat, hat den Planer trotzdem.
Ein Detail für Schmalbandler
Bewertet wird die Filterlinie, nicht die Datei
Kein Hauptzweck der Anwendung — aber der Punkt, an dem sie mehr weiß als ein Subframe-Selector.
Für jede Beobachtungsnacht rechnet FITSORA den Himmelshintergrund aus Lichtverschmutzung, Mond und Dämmerung — und zwar je Wellenlänge.
Bei Dualband-Filtern fällt das Urteil deshalb zweimal, getrennt für Hα und O III. Wer Luminanz und RGB aufnimmt, merkt davon nichts; wer mit Dualband arbeitet, sieht damit, welche Aufnahmen den O-III-Kanal verwässern.
Ein Dualband-Filter liefert eine Datei, aber zwei Messungen. Nach Mondaufgang bleibt Hα brauchbar, während der O-III-Kanal absäuft. Wer die Aufnahme als Ganzes bewertet, stapelt neun Bilder mit, die den O-III-Kanal des Ergebnisses verwässern — und sieht im Nachhinein nicht, warum das Resultat flau ist.
Grundsätze
Drei Zusagen, an denen das Programm gebaut ist
Läuft ohne Netz
Kein Konto, kein Server, keine Telemetrie. Auch der Belichtungsplaner rechnet lokal — er funktioniert am Beobachtungsplatz ohne Empfang.
Rührt die Quelldateien nicht an
Einlesen und Auswerten ändert nichts auf der Platte. Dateioperationen sind immer ein eigener, bestätigter Schritt.
Jeder Schritt hat einen Rückweg
Verschieben und Löschen laufen mit Vorschau, Hash-Prüfung und einem Protokoll, aus dem sich der Zustand davor wiederherstellen lässt.
Vorab-Version, ehrlich gesagt
0.9.0rc2 ist noch nicht fertig. Builds gibt es nur für Windows, und einzelne Ansichten sind noch im Umbau. Was das im Alltag heißt, steht auf einer eigenen Seite — vor dem Download, nicht danach.